Gender und Verwertung

Analyse von Transferstrukturen zur Stärkung der Verwertungsaffinität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern

© Fraunhofer CeRRI
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gefördert durch das BMBF, 2015 – 2018

Ziel des Wissens- und Technologietransfers (WTT) ist es, innovative Forschung gerichtet in Wirtschaft und Gesellschaft zu transferieren. Instrumente des WTT umfassen Veröffentlichungen, Patente und Lizenzen sowie wissenschaftsnahe Ausgründungen. Obgleich Wissenschaft und Politik dem WTT große Bedeutung zusprechen, ist die Verwertungssituation in Deutschland aktuell nicht zufriedenstellend: Im internationalen Vergleich erreichen wissenschaftliche Erkenntnisse zu selten wirtschaftliche Relevanz in Form von innovativen Geschäftsmodellen, zukunftweisenden Produkten oder Patenten, die den Innovationsstandort Deutschland langfristig sichern. Zudem sind Frauen im Verwertungsprozess noch unterrepräsentiert.

Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des holistisch konzipierten Forschungsprojekts »Gender und Verwertung«, die Verwertungsaffinität von Wissenschaftlerinnen sowie Wissenschaftlern zu fördern. Besonderer Fokus liegt auf der Untersuchung von Genderaspekten, da hier angesichts der bestehenden Unterrepräsentanz von Frauen Potenzial zu erschließen ist. Wie lässt sich das aktive Engagement von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Wissens- und Technologietransfer nachhaltig steigern? Wie unterscheiden sich Männer und Frauen bei Verwertungsthemen hinsichtlich Motivation, Zielsetzung, Umsetzung und Ergebnis? Und wie können zusätzliche Perspektiven in den Verwertungsprozess eingebracht werden?   

Dazu werden organisationskulturelle Aspekte, Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse in Forschungseinrichtungen und Transferinstitutionen analysiert. Im Projektverlauf werden Interviews mit international vorbildhaften Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsunternehmen, gründungsaffinen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Gründenden aus dem Wissenschaftssystem geführt. Im Ergebnis werden anwendungsorientierte, gendersensible Strategien und Maßnahmen zur Förderung von Verwertung im Wissenschaftssystem abgeleitet.

In der Abschlusskonferenz „Transfer neu denken – Akademisches Unternehmertum stärken!“ am Montag, den 18. Juni 2018 (10-17 Uhr) in der Fabrik23, Berlin werden die Projektergebnisse präsentiert und durch die Perspektive externer Speakerinnen und Speaker angereichert. Wir laden alle Praktikerinnen und Praktiker, Strateginnen und Strategen sowie Forschende in den Bereichen Wissens- und Technologietransfer und akademisches Unternehmertum aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen, gründungsinteressierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Interessierte aus Wissenschaft und Politik ein, an unserer Konferenz teilzunehmen.