Realizing Impact - Wie lassen sich radikale Innovationen erfolgreich umsetzen?

© Fraunhofer CeRRI
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Nicht nur Unternehmen, sondern auch Politik, Forschung und Gesellschaft stehen vor der Herausforderung, radikale Innovationen zu entwickeln. Diese Innovationen sollen gänzlich neue Lösungsansätze für Themen wie Gesundheit, Mobilität oder Energie darstellen. Gleichzeitig sollen sie – trotz ihres radikalen Potenzials – im etablierten Gefüge von Stakeholdern umgesetzt werden können und auf hohe Akzeptanz innerhalb der Zielgruppe stoßen.

Vor diesem Hintergrund entstehen derzeit immer häufiger neue Kollaborationen zwischen Akteuren aus den Sektoren Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, wie Open Innovation-Ansätze oder Zusammenschlüsse zwischen Großunternehmen und Start-ups, um gemeinsam innovative Ideen zu generieren und diese erfolgreich in Innovationen zu übersetzen.

»Realizing Impact« stellt sich die Frage, wie funktionierende Innovationsnetzwerke aufgebaut sind und wie die Rollen zwischen den einzelnen Akteuren verteilt sind. Daraus werden neue Wege abgeleitet, wie sich einzelne Organisationen zukünftig stärker als bisher mit ihren individuellen Innovationskapazitäten in den Netzwerken engagieren können.

Ziel ist es, die für radikale Innovationen notwendigen Kooperationsformate, Geschäftsmodelle & Methoden zu entwickeln und anschließend Empfehlungen für die Zusammenarbeit innerhalb neuartiger Kollaborationsformate, insbesondere für die außeruniversitäre Forschung, abzuleiten.

Um das Projektziel zu erreichen, werden zwei Herangehensweisen verfolgt:

1. Es werden bestehende intersektorale Innovationskooperationen in Fallstudien untersucht, die einen neuartigen Ansatz für die Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft darstellen, um Best Practices aufzuzeigen.

2. Anschließend werden die Erkenntnisse anhand eines konkreten Anwendungsfalls im Gesundheitsbereich getestet. Mittels sozialwissenschaftlicher und designbasierter Methoden wird ein bedarfsorientiertes Innovationskonzept mit radikalem Potenzial für die Gesundheitsversorgung von Geflüchteten entwickelt und dessen Umsetzung innerhalb eines Innovationsnetzwerkes angestoßen.

»Realizing Impact« wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI) im Verbund mit dem Institut für Sozialinnovation e. V. (ISInova) und der Charité Berlin durchgeführt. Das Projekt läuft von 2017 bis 2019 und wird am Fraunhofer CeRRI koordiniert.    

Anwendungsfall: Gesundheitsversorgung von Geflüchteten

Als konkreter Anwendungsfall steht der Gesundheitssektor und speziell die verbesserte Gesundheitsversorgung von Geflüchteten im Fokus. Sprachliche Barrieren, mangelndes Systemwissen sowie rechtliche Rahmenbedingungen gestalten die gesundheitliche Versorgung von Geflüchteten oftmals schwierig. Im Projektverlauf werden radikal innovative Konzepte für die Gesundheitsvorsorge von Geflüchteten entwickelt.

Impression Open Kick-Off
© Fraunhofer CeRRI

Impression Open Kick-Off

© Fraunhofer CeRRI

Impression Bedarfsworkshop

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Impression Ideationworkshop

Open Kick-Off

Stakeholder von Beginn an einbinden und vernetzen

Zum Auftakt des Projekts wurde ein offenes Kick-Off veranstaltet, um unser Vorgehensmodell sowie strategische Projektziele zu präsentieren und kollaborativ zu schärfen. Gemeinsam mit Geflüchteten, MedizinerInnen, SozialarbeiterInnen sowie FlüchtlingshelferInnen konnten relevante Handlungsfelder identifiziert werden, die »Realizing Impact« im Projektverlauf prioritär adressiert.

Bedarfsworkshops mit Geflüchteten

Bedarfsermittlung über sprachliche & kulturelle Grenzen hinweg

Welche Wünsche haben Geflüchtete bezüglich ihrer Gesundheitsversorgung? Wir haben in Flüchtlingsunterkünften und Schulen 11 Bedarfsworkshops auf Arabisch und Persisch durchgeführt. Mittels designbasierten Methoden wurden rund 55 Geflüchtete befähigt, konkrete Bedarfe und individuelle Lebenswirklichkeit im Gesundheitssektor widerzuspiegeln. Dabei ließen sich auch Akzeptanzschwellen sowie kulturelle Hürden identifizieren.

Ideationworkshop

Bedarfe in Lösungsansätze überführen

Die ermittelten Bedarfe wurden in einem 2-tägigen Transformationsworkshop in Berlin in neuartige Lösungsansätze übersetzt. 30 VordenkerInnen mit und ohne Fluchterfahrung aus Medizin, Gründerszene, Politik, Sozialwesen und Design erarbeiteten in gestalteten, moderierten Denkräumen innovative Konzeptideen zu Aspekten der Gesundheitsversorgung. Die drei vielversprechendsten Lösungsansätze wurden von einer Fachjury mit JurorInnen des Bundeswehrkrankenhaus Berlin, der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Factory Works GmbH sowie des Deutschen Caritasverbands e.V. ausgewählt.

Stakeholder-Dialog

Offenes Ökosystem für iterative Konzeptentwicklung

Für den Stakeholder-Dialog haben wir ein Kollaborations-Tool für zeitunabhängige Zusammenarbeit entwickelt, das einen fortlaufenden transdisziplinären Dialog zur Weiterentwicklung des Lösungsansatzes ermöglicht. In einem moderierten, iterativen Prozess wird der Lösungsansatz im Bereich Sprachmittlung im Gesundheitsbereich hinsichtlich seiner Umsetzbarkeit ausdifferenziert und Realisierungswege erkundet. Um Perspektivvielfalt zu garantieren, laden wir diverse ExpertInnen ein, Impulse und Bedarfe in den Pool einzuspeisen und das Material mit Praxiswissen anzureichern. So entstehen neue Konzepte für die Gesundheitsvorsorge, die etablierte Pfade verlassen und zugleich umsetzbar sind. Dabei bleiben diese immer anschlussfähig an die ermittelten Bedarfe der Geflüchteten.