Impactor.AI

Viele Forschende stehen vor ähnlichen Fragen: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um externe Akteure einzubeziehen? Wen sollte ich in welcher Projektphase adressieren und warum? Wie lassen sich Perspektiven aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sinnvoll in den Forschungsprozess integrieren, ohne ihn zu verkomplizieren? Nicht selten bleibt Stakeholder-Einbezug deshalb punktuell oder wird mit begrenztem Mehrwert für Forschung und Transfer ans Projektende verschoben.

 

Mit dem im Rahmen des Projekts „Transfer by Forschungsdesign (TRAFO)“ entwickelten Tool, Impactor.AI, bieten wir Forschenden ein integriertes Transferinstrument, das Diagnose, Auswahl, Umsetzung und Beratung in einem Workflow vereint. Ziel ist es, die methodische Gestaltung von Transfervorhaben zu vereinfachen und Stakeholder-Einbezug nicht als nachträgliche Pflicht, sondern als gestaltbaren Prozess im Forschungsalltag zu verstehen. So können Forschungsergebnisse frühzeitig anschlussfähig und Stakeholder-Einbezug als Qualitätsmerkmal etabliert werden.

Impactor.AI gliedert sich dabei in drei zentrale Bausteine: den Navigator, den Atlas und den KI-Planer Dave. Der Navigator hilft dabei, Stakeholder-Einbezug zeitlich im Projekt zu verorten und führt Forschende mit klaren Leit‑ und Reflexionsfragen durch die eigene Projektlogik. Dabei wird das eigene Vorhaben in Projektphasen verortet sowie entsprechende Ziele, wie Akzeptanz, Verstetigung oder Kommunikation benannt. Als strukturierter Katalog bietet der Atlas die Option Formate für Politik und Gesellschaft passend zu dem eigenen Projektvorhaben zu filtern. Somit unterstützt er bei der Auswahl passender Formate. Der KI-Planer Dave ergänzt das Set als interaktiver Berater und unterstützt bei Fragen zu Forschungs- und Innovationsprojekten, Methodenauswahl und Stakeholder-Engagement.

 

Abbildung 1: Der Navigator.
Abbildung 2: Die Formatübersicht im Atlas.
Abbildung 3: Die Schritt-Für-Schritt Anleitung des Formats im Atlas.
Abbildung 4: Beispielhafter Dialog mit dem KI-Planer Dave.

5 gute Gründe für den Impactor.AI:

  • Passende Beteiligung statt Aktionismus oder Selbstzweck: Das Tool hilft, relevante Stakeholder gezielt auszuwählen und Beteiligungsformate zu finden, die wirklich zum Projekt, zur Phase und zum Ziel passen.
  • Befähigung statt Abhängigkeit von Expertise: Durch Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Filterlogiken und KI-Unterstützung können Teams Beteiligungsprozesse eigenständig planen und durchführen.
  • Effizienz durch klare Struktur und Orientierung: Der Impactor.AI bündelt Reflexion, Planung und Umsetzung in einem integrierten Workflow und reduziert Reibungsverluste, Unsicherheiten und Doppelarbeit.
  • Transfer von Anfang an mitdenken: Das Tool versteht Transfer nicht als nachgelagerten Kommunikationsschritt, sondern als integralen Bestandteil des Forschungsprozesses und unterstützt dabei, gesellschaftliche und politische Anschlussfähigkeit frühzeitig mitzudenken.
  • Durch bessere Anschlussfähigkeit, langfristig mehr Wirkung: Der Impactor.AI unterstützt dabei, Forschung so auszurichten, dass Ergebnisse nicht enden, sondern anschlussfähig bleiben. Das erhöht die Chance auf Weiterverwendung, Verstetigung und nachhaltige Wirkung über Projektlaufzeiten hinaus.

Gemeinsam mit den beiden Fraunhofer-Leistungszentren „Simulations- und Software-basierte Innovation“ (IESE) und „Sustainable Ocean Business“ (IGD) haben wir den Impactor.AI entwickelt und getestet. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Der Impactor.AI wird nach Abschluss des Projekts im Februar 2026 den Leistungszentren und dem Rest der Fraunhofer-Gesellschaft zugänglich gemacht.